In Japan heißt die Chrysantheme "Kiku", was soviel wie "Abendsonne" heißt, und ist die japanische Nationalblume. Herbstchrysanthemen bzw. Winterastern, gelten als Symbol der Unsterblichkeit und Vollkommenheit. Sie blühen, wenn andere Blumen schon verwelkt sind und gehören zu den kaiserlichen Symbole:
Der höchste japanische Staatsorden ist der Chrysanthemen-Orden "Kiku No Gomon". Das bedeutet: "Edles Zeichen der Chrysantheme" oder "Kaiserliches Siegel der Chrysantheme". In einer leicht veränderten Form benutzen auch Shinto Schreine der kaiserlichen Familie, aber auch andere Shinto Schreine das Chrysanthemen-Siegel. In der Heian Periode entstand das Chrysanthemenfest (kiku no sekku)
Auch in der japanischen Literaturgattung Haibun hat die Chrysantheme ihren Platz. Der berühmte japanische Dichter Basho schrieb
"Die Chrysanthemen stehen an der Osthecke in voller Pracht, der Bambusbusch ist Herr des Nordfensters. Die Päonien stehen im Wettstreit zwischen Rot und Weiß und werden so vom Staub der Welt beschmutzt. Des Lotos Blätter erheben sich nicht vom flachen Grund; solang das Wasser nicht klar ist, öffnet er keine Blüten."
Dieses Zitat und seine Interpretation finden Sie in dem Artikel "Was ist ein Haibun?" von Lydia Brüll auf dem Kulturserver Niedersachsen im ersten Drittel. Sie gelangen direkt zu dieser Textpassage, wenn sie die Seite aufrufen und dann mit der Tastenkombination Strg+F folgenden Text in das öffnende Dialogfeld eingeben: "Die Chrysanthemen".
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